Mit welchen Erwartungen sind Sie heute zum Integrationskongress 2011 nach Solingen gekommen?

„Mich interessiert vor allem der Gedankenaustausch und ich möchte sehen, wie andere diskutieren und ihre Arbeit umsetzen.
Deshalb gehe ich z.B. in das Forum 1 „Bildungschancen und Zusammenhalt”.
(Mitarbeiterin der AWO Vorstadt Büro Solingen)
„Die Erwartungen sind einfach: Wir möchten Information erhalten, wir legen Wert darauf, uns zu präsentieren und Kontakte mit anderen zu knüpfen. Das sind im Wesentlichen unsere drei Säulen!”
(Mitglied von VIRA e.V und Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.)
Was nehmen Sie aus der Rede des Ministers für Ihre Arbeit mit?
„Von der Rede des Ministers nehme ich die klare Bereitschaft zur Öffnung mit.
Es ist ein deutliches Signal: wir öffnen uns und lassen mehr zu. Damit nehmen wir gesamtgesellschaftlich eine veränderte Rolle als „Zufalls Deutsche” ein im Gegensatz zu den „Wahl-Deutschen”, - wie heute auf dem Podium treffend von der Moderatorin gesagt wurde.”
(Sozialdezernent bei der Kreisverwaltung Herford)
„Ich finde es wichtig, dass das größte Bundesland ein Teilhabe- und Integrationsgesetz auf den Weg gebracht hat, das mehrere Funktionen hat. Zum einen schafft es eine Struktur, die sich systematisch der Thematik der Integration annimmt. Zum anderen geht man damit einen Schritt von der Projektförderung weg, um das Thema Integration strukturell zu verankern. Das finde ich ganz wichtig!
Darüber hinaus ist es auch bemerkenswert, dass man sich z.B. auf Bundesebene für die doppelte Staatsbürgerschaft einsetzt.
Es war eine gute Rede des Ministers und es unterstützt unsere bisherigen Bemühungen.
Damit werden wir vor Ort Rückenwind erfahren.”
(Vertreter der Stadt Jülich)

„Mir fällt die ausdrückliche Anerkennung der Zugewanderten durch den Minister auf. Das ist neu!
Was ich heute als „ehemaliges Gastarbeiterkind” wahrgenommen habe, möchte ich folgendermaßen formulieren:
Unsere Eltern sind in den 60 er und 70 er Jahren nach Deutschland gekommen und haben unheimlich viel geleistet für dieses Land. Dass diese Tatsache heute offiziell vom Land Nordrhein-Westfalen nach 50 Jahren ausgesprochen und indirekt gewürdigt wird, ist ein sehr schönes Signal!”
(Teilnehmer mit Migrationshintergrund)
Und welchen Eindruck haben Sie von der Diskussion mit Professor Uslucan?
„Das was heute vom Professor gesagt wurde, war ein Aufruf, sehr differenziert und kultursensibel auf Prozesse in der Gesellschaft und im Schulsystem hinzuschauen.
Dies hat er sehr gut und interessant belegt.
(Sozialdezernent bei der Kreisverwaltung Herford)

Was halten Sie von der Landesinitiative „interkulturelle Öffnung der Landesverhaltung”, die in der Rede angesprochen wurde?
„Ich finde es grundsätzlich gut, weil von alleine nicht allzu viel passiert. Das haben wir 50 Jahre lang bereits versucht, etwas zu verändern. Die Initiative jetzt ist ein guter Ansatz.
Ich glaube, dass viele Vorbehalte, die mit dem Namen oder einem Foto auf Passbildern zusammenhängen, entfallen und dadurch eine Hürde genommen werden kann, nämlich konkret durch das anonymisierte Bewerbungsverfahren.”
(Mitarbeiterin der AW0 Niederrhein-Bezirksverband).
„Das ist ein wichtiges und überfälliges Thema. Der Minister hat es auch begründet: weil nur 2 bis 3% Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in der Verwaltung beschäftigt sind. Damit wird man dem Anteil der Menschen in der Bevölkerung überhaupt nicht gerecht. Interkulturelle Öffnung und Teilhabe sind für die Zukunft und für die Entwicklung einer Gesellschaft wichtig und unabdingbar.”
(Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, Landschaftsverband Lippe)
„Das finde ich wirklich gut, die Menschen können sich dann noch besser engagieren und ihre Energie einbringen und somit zum Erfolg der Arbeit beitragen. Sie können dann sozusagen öffentlicher wirken und müssen nicht mehr ängstlich und zurückhaltend sein."
(türkischer Elternverein)


Welchen Gewinn hat Ihre Anwesenheit als Aussteller auf dem Integrationskongress?
„Es hat eine hohe Bedeutung für uns, weil es uns die Möglichkeit zur Vernetzung bietet.
Wir lernen andere Organisationen kennen und können schauen, wie man eventuell zusammenarbeiten kann.”
(Vertreter der afrikanischen Organisationen)
Was nehmen Sie als Besucher vom „Markt der Möglichkeiten” hier auf dem Integrationskongress mit?
„Mir ist es wichtig, dass die Integration konsolidiert wird. In der Praxis ist es doch so, dass man immer wieder neue Verbündete sucht. Wir stehen hier auf dem „Markt der Möglichkeiten” und ich sehe: es gibt tatsächlich so viele Möglichkeiten, bzw. so viele „Leuchttürme”, die sich für Integration einsetzen und deshalb glaube ich, dass es um „die Integration” bald „heller” werden wird.”
(Polizeibeamter, Düsseldorf)